Fürstenwalde liegt malerisch an der gemäch­lich dahin­flie­ßen­den Spree. Der Bullenturm erinnert an alte Zeiten, ebenso wie das spät­gotische Rathaus mit dem mar­kan­ten Giebel und der ehrwürdige Dom, die ehe­malige Kathedrale des Bistums Lebus. Doch viele andere alte Bauwerke gibt es nicht mehr, Tradi­tio­nen rissen ab, ganze Bevöl­kerungs­gruppen sind ver­schwunden – die Zeit des National­sozialis­­mus hat in Fürstenwalde tiefe Spuren hinterlassen. Beschämende Lücken und Fehl­stellen wurden schnell übersehen, später vergessen und sogar verleugnet.

Die aktuelle politische Polarisierung zeigt, wie wichtig das Er­innern, das stetige Einsetzen für Demokratie und das Enga­gement gegen Rassismus, Anti­semitismus und Intoleranz sind. Die Arbeitsgruppe „Stolpersteine in Fürsten­walde/Spree“ hat es sich daher zur Aufgabe ge­macht, den vielen Opfern des national­sozialis­tischen Terrors ihren Namen, ihre Ge­schichte und ihre Identität zurück­zu­geben. Die Ergebnisse unserer Recherche­ar­beit zeigen wir hier. Die in der Stadt verlegten Stolper­steine können auf der interaktiven Karte entdeckt werden.

Termine und Aktuelles

Gedenkandacht im Dom St. Marien
am 9. November 2022

In Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 findet im Dom St. Marien zu Fürstenwalde um 18 Uhr eine Gedenkandacht statt, die Auszubildende der Korczak-Schule der Samariter­anstalten gestalten. Im Anschluss an die Andacht laden die VeranstalterInnen zu einem GEHdenken ein, welches auch zu den Stolpersteinen in der Stadtmitte führt ...
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Jüdisches Kaleidoskop Brandenburg
7.–13. Novem­­ber 2022

30 Veranstaltungen in ganz Brandenburg widmen sich in dieser Woche unterschiedlichen Themen jüdischen Lebens. Gemeinsam mit jüdischen Gemeinden und Communities sowie lokalen Initiativen und Akteuren aus Brandenburg wurde ein vielfältiges Programm rund um Kultur, Sport, Musik und Gesellschaft zusammengestellt ...
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Erinnerungstage: 16. September 1942
Johanna und Richard Weißensteiner als Mitglieder der „Roten Kapelle“ verhaftet

Ende August 1942 flogen die Widerstands­gruppen der „Roten Kapelle“ auf. Die Gestapo verhaftete die Mitglieder nacheinander in der Zeit vom 31. August bis zum 16. September. Über 60 von ihnen wurden ab dem 22. Dezember im Gefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet, darunter der Fürstenwalder Richard Weißensteiner ...
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Fragen an Dich

Filmische Interviews mit Nachfahren jüdischer BürgerInnen aus Fürstenwalde/Spree

Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Fürsten­walde etwa 150 bis 160 jüdische Bürger*innen. Fünf filmische Interviews sollen diesen Teil der Fürstenwalder Geschich­te im Rahmen des Projektes „Fragen an Dich“ wieder in die Erinne­rung der Stadt zurück­brin­gen. Sie zeich­nen das Leben jüdischer Fürsten­walder*innen aus der Perspektive ihrer Nach­fahren in der zweiten und dritten Ge­nera­tion nach und zeigen, wie inter­generativ bis heute Flucht- und Ver­treibungs­­erfahrungen aus der Zeit des National­sozialmus wirken.

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