Fürstenwalde liegt malerisch an der gemäch­lich dahin­flie­ßen­den Spree. Der Bullenturm erinnert an alte Zeiten, ebenso wie das spät­gotische Rathaus mit dem mar­kan­ten Giebel und der ehrwürdige Dom, die ehe­malige Kathedrale des Bistums Lebus. Doch viele andere alte Bauwerke gibt es nicht mehr, Tradi­tio­nen rissen ab, ganze Bevöl­kerungs­gruppen sind ver­schwunden – die Zeit des Nationalsozialis­mus hat in Fürstenwalde tiefe Spuren hinterlassen. Beschämende Lücken und Fehl­stellen wurden schnell übersehen, später vergessen und sogar verleugnet.

Die aktuelle politische Polarisierung zeigt, wie wichtig das Er­innern, das stetige Einsetzen für Demokratie und das Enga­gement gegen Rassismus, Anti­semitismus und Intoleranz sind. Die Arbeitsgruppe „Stolpersteine in Fürsten­walde/Spree“ hat es sich daher zur Aufgabe ge­macht, den vielen Opfern des national­sozialis­tischen Terrors ihren Namen, ihre Ge­schichte und ihre Identität zurück­zu­geben. Die Ergebnisse unserer Recherche­ar­beit zeigen wir hier. Die in der Stadt verlegten Stolper­steine können auf der interaktiven Karte entdeckt werden.

Termine und Aktuelles

Verlegung der Stolpersteine für Familie Fürst am 19. Mai 2022

Dort wo sich heute das Fürstenwalder Rathaus befindet, an der Ecke des Markplatzes und der Reinheimerstraße, stand vor dem Zweiten Weltkrieg das Kaufhaus von Julius, Hildegard und Gerhard Fürst. Familie Fürst gab als Opfer des faschistischen Terrors ihr Leben in ...
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Verlegung der Stolpersteine für die Familien Behrendt und Brandt am 19. Mai 2022

Das „Haus Schwan“ mit den namens­gebenden Schwanfiguren-Medaillons in der heutigen Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 43 gehört zu den wenigen Wohnbauten in Fürstenwalde, die die Kriegszerstörung überdauert haben. Bis 1934 war es das Zuhause der jüdischen Unter­nehmer­familie von Rose und Richard Behrendt. Ihnen gehörte ...
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Archivrecherche: Auf der Spur der Familien Behrendt und Brandt

Die historische Recherche nach Opfern des nationalsozialistischen Regimes läuft sehr oft ins Leere. Das verbrecherische System war in der Hinsicht perfektioniert, die Spuren der Deportierten und Ermordeten zu verwischen und auszulöschen. Desto größer ist die Freude, wenn durch einen Zufall ...
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Fragen an Dich

Filmische Interviews mit Nachfahren jüdischer BürgerInnen aus Fürstenwalde/Spree

Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Fürsten­walde etwa 150 bis 160 jüdische Bürger*innen. Fünf filmische Interviews sollen diesen Teil der Fürstenwalder Ge­schich­te im Rahmen des Projektes „Fragen an Dich“ wieder in die Er­innerung der Stadt zurück­brin­gen. Sie zeich­nen das Leben jüdischer Fürsten­walder*innen aus der Perspektive ihrer Nach­fahren in der zweiten und dritten Ge­nera­tion nach und zeigen, wie inter­generativ bis heute Flucht- und Ver­treibungs­­erfahrungen aus der Zeit des National­sozialmus wirken.

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